Herbst 2007

 

Das ist eines der letzten Fotos von Sam

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Charakterkopf oder liebenswerter Eigenbrödler
Sam war schon immer ein sehr introvertierter Eigenbrödler, schon als Welpe zeigte er, dass das Spielen mit Gleichaltrigen zwar ganz nett ist, aber auch nicht lebensnotwendig. In der Welpenspielgruppe mobbte ihn seine Schwester ständig und er ließ sie gewähren. Rangeleien ließen ihn kalt, ab und zu ging er schon mal dazwischen ohne einzugreifen, er stellte sich einfach nur dazwischen.

Im Laufe der Zeit wurde seine Gutmütigkeit doch sehr ausgenutzt, gerade die kleinen Hunde reizten ihn manchmal bis zur Weißglut und er ließ sich nicht mehr alles gefallen. Auch die Briardhündin, die ihm mit 4 Monaten sehr heftig gezeigt hatte, dass sie Junghunde überhaupt nicht leiden kann, hat ihn sehr geprägt. Diese Rasse gehört eindeutig zu denen, die er überhaupt nicht leiden kann, auch heute noch mit seinen zehn Jahren. Dazu gehören auch die forschen, protzigen Rüden die keinem Streit aus dem Weg gehen, das kann dann schon mal recht heftig werden. Eine ziemlich negative Begegnung hatte Sam als er mit Helmut im Dunkeln am Kanal unterwegs war. Ein Rollstuhlfahrer mit seinem Schäferhundrüden tauchte aus dem Nichts auf, der unangeleinte Rüde stürzte sich ohne Vorwarnung auf Sam und verbiss sich in ihm. Seit diesem Vorfall brachte er jeden Rollstuhl mit der Beißerei in Verbindung und es kostete viel Mühe diese Verknüpfung in seinem Kopf zu löschen.
Die schönsten Spaziergänge sind für ihn die, wo er ungestört schnüffeln kann, ab und zu ein Ball fliegt oder Dummys zum Suchen ausgelegt sind, ach ja und das Ganze bitteschön in Dänemark. ;-)

Ansonsten stehen diese Dinge für Sam;
kühle Gelassenheit, stiller Beobachter und Genießer, schwer aus der Reserve zu locken, Freund & Beschützer von Max, aber nur wenn der nicht alleine klarkommt, inzwischen unsere "graue Eminenz", der nicht als großer Schmuser durchgeht und auch ganz liebenswürdige Marotten hat.

Er sammelt am Abend wenn wir schlafen gehen, getragene Wäschestücke zusammen, die er dann auf seinen Platz bringt. Ferner deckt er sich auch allein zu, er nimmt seine Decke an einem Zipfel und legt sich dann darunter. Die Technik ist schwer zu beschreiben, man muss es einfach mal gesehen haben.
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25.10.2007 Heute ist es so weit, Sam feiert Geburtstag, der zwölfte...

Ich habe mal ein wenig in alten Bildern gekramt und bin in Erinnerungen versunken.
Seit zwölf Jahren begleitet er uns nun schon durch' s Leben, viel ist passiert, die Kids sind schon erwachsen und Sam, er ist immer noch der Alte.
Ok, ein paar Einschränkungen gibt es schon, hauptsächlich die Ohren funktionieren nicht mehr so gut, zum Glück sind aber die Augen ok, so dass wir inzwischen viel mit Handzeichen arbeiten. Diese Wattewelt (ich fand die Beschreibung in dem Buch "Marley und ich" so nett) hat auch was Gutes, potenzielle Feinde werden nicht mehr gleich wahrgenommen wenn sie angeklimpert kommen und bis er sie dann bemerkt, sind sie meist schon wieder weg.
Bei den Runden in unserer Gegend ist er noch langsamer geworden, jetzt im Herbst ist es besonders schlimm, jedes runtergefallene Blatt speichert ja so viele Infos, die muss man einfach genauer studieren. Das bringt mich oft zur Weißglut, aber ich gönne ihm auch diese Trödelrunden. Anders sieht es aus wenn wir an den Stadtrand oder in den Urlaub fahren, da läuft er wie früher, sicher nicht mehr ganz so weit, aber doch recht flott.

Aber das Schönste ist, er kommt trotz seiner Arthrosen immer noch gut in' s Auto und auch unsere Treppen schafft er noch prima und das alles ohne jegliche Medikamente.
Ach er ist einfach ein Schatz und ich hoffe noch auf viele schöne gemeinsam Jahre oder zumindest Monate.

Vielen Dank liebe Sabine, für diesen wundervollen Hund!
Der Film zum 12. Geburtstag ---->



Seit dem 6.Februar 08 führe ich ein Tagebuch ---->
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14.02.08 Um 19.30 Uhr haben wir Sam gehen lassen, noch nie ist uns etwas so schwer gefallen, wie dieser Schritt. Er wird uns unsagbar fehlen und er hinterlässt eine große Lücke in unserem Leben! Dieser Hund wurde unendlich von uns geliebt... und es tut weh, dass er nicht mehr bei uns ist. Sam, wir vermissen dich!

Worte des Trostes, eine Sammlung von lieben Worten die uns nach Sams Tod erreichten ---->

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www.faszination-labrador.de Doris Thiel